Die Geschichte Vaeloria'sDas Erbe der EinigkeitVor über tausend Jahren war Vaeloria ein Kontinent, der in den unerbittlichen Klauen des Krieges zerspalten wurde. Fünf Königreiche führten endlose Schlachten um Land, Ressourcen und Ideologien, bis die Welt am Abgrund ihrer Vernichtung taumelte. Doch es war nicht die Vernunft, die den Frieden brachte, sondern eine Notwendigkeit: Das Erscheinen der dunklen Zauberin Maldra. Angesichts einer Macht, die drohte, alles Leben zu tilgen, geschah das Unmögliche der Hass zwischen den Völkern wich dem schieren Überlebenswillen.
In einem Bündnis erhoben sich die fünf Herrscher gemeinsam aus den rauchenden Trümmern ihrer Reiche, um Maldra entgegenzutreten und Vaeloria vor ihr zu beschützen. Auf dem heiligen Boden der neugeborenen Metropole Vaelos, die von fortan als prachtvolle Hauptstadt des gesamten geeinten Reiches erstrahlen sollte, besiegelten die fünf Herrscher, dass die Flamme der Einigkeit niemals erlöschen dürfe. Über tausend Jahre lang florierte Vaeloria in einer goldenen Ära, in der Kunst, Magie und Handel die Grenzen verblassen ließen. Doch jedes Licht und jeder Glanz wirft auf der anderen Seite unweigerlich einen Schatten und das Licht von Vaelos sollte nicht für die Ewigkeit bestimmt sein.
Der schleichende VerfallHeute bröckelt das Fundament der Zivilisation unter einer Last, die niemand vorherzusehen vermochte. Es begann mit einem unheimlichen Beben, das die Grundfesten der Welt erschütterte, und einem Riss im sternenlosen Himmel, der einen gewaltigen, alles verschlingenden Schatten auf Vaelos herabregnen ließ. In jener Schicksalsnacht verstummte das Herz des Reiches für immer. Was als lokales Grauen in der Hauptstadt begann, breitete sich rasch wie eine schleichende Fäulnis über das Land aus.
Zahllose tapfere Helden zogen seither in den Kampf, um die Finsternis zurückzudrängen, doch sie alle ereilte ein schreckliches Schicksal oder sie kehrten nie zurück. Selbst der verzweifelte Versuch, die Dunkelheit zu bändigen oder gar zu kontrollieren, endete in einer Katastrophe: Wer versucht, die Kraft des Schattens zu nutzen, wird unweigerlich von ihm verzerrt. Kreaturen, die einst friedlich die Weiden Vaelorias bevölkerten, fallen der Korruption zum Opfer oder beginnen gar, der Finsternis als wahnsinnige Kultisten zu huldigen.
Doch die Bedrohung ist weitaus tückischer, als die Gelehrten zunächst glaubten. Während der Schatten vom gefallenen Vaelos aus nach außen drängt, schließt sich gleichzeitig von den fernsten Küsten her ein dunkler Schleier um den Kontinent. Vaeloria wird von zwei Fronten in die Zange genommen und droht nun endgültig in einer ewigen, verzerrten Nacht zu versinken.
Eine Welt unter dem SchleierWo der Schatten das Land berührt, verliert die Realität ihren Halt. Es ist eine schleichende Metamorphose, die alles Schöne in sein grausames Gegenteil verkehrt: Wälder, die einst im Ewigen Grün in unendlicher Pracht erblühten, verwandeln sich in alptraumhafte Labyrinthe aus dornigen, pulsierenden Ranken. Flüsse, deren Wasser einst so rein wie Aquamarine glänzten, fließen nun als zähflüssiges, schwarzes Gift durch die Lande, und stolze Städte, einst Symbole der Zivilisation, verfallen zu Ruinen des Grauens, in denen nur noch der Wahnsinn haust.
In dieser ewigen Dämmerung ist kein Platz mehr für das Leben, wie wir es kannten. Die einstigen Bewohner sind zu schrecklichen Wesen mutiert verzerrte Bestien und schattenhafte Kreaturen, die im sich ausbreitenden Schatten lauern. Zwischen ihnen wandeln jene, die den Verstand längst verloren haben: Nekromanten und dunkle Gelehrte, die ihre verbotene Macht direkt aus der Substanz des Schattens ziehen.
Über all diesem Chaos stehen, so die Gerüchte, die Schattenfürsten. Bisher ist kaum etwas über sie bekannt und das Geflüster über sie verbreitet sich rasch aber wie Wahrheitsgetreu ist jenes Geflüster. Niemand weiß sicher, woher sie kamen oder welches endgültige Ziel sie verfolgen, doch ihre Präsenz ist in jedem kalten Hauch und jedem violetten Schimmer der Finsternis spürbar. Wer sie sucht, findet meist nur sein eigenes Ende.
Intrigen und ÜberlebenskampfWährend der unerbittliche Schatten immer mehr Ländereien von den Landkarten tilgt, wächst im Inneren ein Gift, das ebenso tödlich ist: das Misstrauen zwischen den Völkern. Die Allianz der fünf Königreiche existiert nur noch auf vergilbtem Papier. Die Ressourcen werden knapper, und die Bedrohung von außen, von innen und nun auch untereinander lässt die Gemüter überkochen. Hinter den verschlossenen Türen der Thronsäle werden Intrigen gesponnen, deren zerstörerische Auswirkungen der dunklen Macht der Schatten in nichts nachstehen.
Einst waren die Friedenstürme das stolze Symbol der Einigkeit, doch heute sind sie Mahnmale des Verrats. Die zwei Geschwister, die einst das Bündnis zusammenhielten, sind nun tief zerstritten ihre feste Verbindung ist zerbrochen und mit ihr die sehr wichtige Handelsrouten, die Vaeloria einst pulsieren ließen. Der Zerfall des Reiches beschleunigt sich und jedes Königreich kämpft verbissen für den eigenen Wohlstand sowie die eigene Verteidigung, während vom einstigen Zusammenhalt kaum mehr als Asche übrig ist. Das Schicksal der Völker steht auf Messers Schneide, während das Licht der Welt langsam verblasst.
Wirst du das Licht zurückbringen und die zerbrochenen Bande neu schmieden, oder wirst auch du im unerbittlichen Schatten verloren gehen?